Fernseher Testbericht - Mit Vorsicht zu geniessen

Fernseher Testberichte haben so ihre Tücken. In einigen Fällen bestätigen sie eine vorherrschende Meinung und manchmal geben sie auch bloß die Betrachtungsweise der Redakteure wieder (um es einmal vorsichtig zu formulieren).

Ein Fernseher Testbericht sollte immer das Ergebnis einer neutralen und objektiven Bewertung von Fachleuten wiedergeben. Als Verbraucher sollte man sich nicht täuschen lassen, wenn man die Titel diverse Hochglanz-Multimediamagazine liest.

“Großer Vergleich aller…” oder “Ausführlicher Testbericht der neuesten…” ist häufig auf den Titelseiten dieser Magazine zu lesen. Dabei kann der Testbericht auch nur das Resultat eine zweiwöchigen Aufenthaltes des Testgerätes bei dem Redakteur gewesen sein. Ein durchaus übliches Verfahren in der Branche.

Die Hersteller stellen der Redaktion einer Testzeitschrift kostenlos (häufig wird sogar der Hin- und Rücktransport übernommen) einen ihrer Fernseher zur Verfügung und diese nehmen ihn ausführlich unter die Lupe. Die Testbedingungen bestimmen dabei die Zeitschriften selber.

Deswegen neigen seriöse Testzeitschriften und Magazine dazu, ihre Testbedingungen und Bewertungsgrundlagen mit zu veröffentlichen und auch zu zeigen wie das Ergebnis zustande kam.

Dabei wird dem Leser gezeigt, woraus das Ergebnis resultiert und welche Anteil die jeweiligen Bewertungsfaktoren (z.B. Bild, Ton, Energieverbrauch, etc.) am Resultat haben.

Neben dem vertrauensfördernden Aspekt, hat eine solche Darstellungsweise der Arbeit den konkreten Vorteil, dass man als Verbraucher bestimmte unrelevante Faktoren aus dem Ergebnis ausblenden bzw. rausrechnen kann.

Ein schönes Beispiel ist der Ton. Viele größere Flachbildfernseher werde häufig im Rahmen einer Heimkinoanlage betrieben, also spielen die fernsehereigenen Lautsprecher gar keine so große Rolle.

Wenn der Ton auch blechern aus den Boxen des Fernsehers kommt, wenn das Bild überzeugt spielt das in so einem Fall keine Rolle.

Weiß man nun wie sich das Ergebnis zusammensetzt und welchen Anteil der Ton der Geräte auf das Resultat hatten, lässt sich dieser Wert aus allen Ergebnissen abziehen. Damit erhält man ein wesentlich aussagekräftigeres und individuelleres Urteil über den Fernseher.

Gänzlich unmöglich macht diese Vorgehensweise das Resultat einiger anderer “Testberichte”. Wenn der Autor beispielsweise über das schicke Design sich äußert, aber “vergisst” zu erwähnen das der Fernseher keinerlei seitliche Anschlüsse besitzt (sehr ärgerlich wenn der Fernseher erst einmal an der Wand hängt). Wenn man dann zudem auch noch wenige Seiten später eine zweiseitige Hochglanzanzeige des selben Herstellers für die Fernseherreihe findet, macht man sich schon Gedanken über die Unabhängigkeit der Berichterstattung.

Fernseher Testberichte sind wie alle Berichte und Nachrichten immer so gut oder glaubwürdig wie ihre Quelle. Bei unabhängigen Blättern wie der Testzeitschrift der Stiftung Warentest, kann man den Urteilen recht viel vertrauen schenken. Schließlich ist das Heft von einer Stiftung herausgegeben und wird auch nur so finanziert.

Bei anderen Zeitschriften die größtenteils von ihren Anzeigenkunden leben, sollte man schon vorsichtiger sein. Hier können besonders große Hersteller recht viel Druck auf einen kleinen Verlag ausüben. Unabhängiger Journalismus kann hier schnell mal mit sechsstelligen Einnahmenrückgang verbunden sein und das muss jeder Verlag erst einmal verkraften können.

Darum: Jeder Fernseher Testbericht ist nur so gut wie seine Quelle und blind vertrauen sollten sie sowieso nie dem Urteil eines Fremden!


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